Filme A bis Z

Winner

An Englishman in New York

Länge:
74 min.
Herstellungsjahr:
2008
Land:
Großbritannien/USA
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
John Hurt
Denis O'Hare
Jonathan Tucker
Swoozie Kurtz
Cynthia Nixon
Richard Joseph Paul
Silver Bramham
Andrew Halliday
Peter Simon Hilton
Ted Koch
Craig "muMs" Grant
Blake Hammond
Jeff Applegate
Produktionsfirma:
Leopardrama Ltd
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Spielfilm
Teddy Award:
Special Teddy Award

1975: Der offen homosexuell lebende Autor Quentin Crisp hat mit seinen 66 Jahren gerade die Hoffnung aufgegeben, vielleicht doch noch berühmt zu werden, da macht ihn der überraschende Erfolg des britischen Fernsehfilms THE NAKED CIVIL SERVANT, der auf Quentins Leben basiert, über Nacht zum Star. Während Quentin erfolgreich eine ganze Nation dazu zwingt, sich zu outen, dämonisiert ihn diese dafür. Sie verweigert ihm, in die Anonymität zurückzukehren. Als Quentin schliesslich einer Einladung nach New York folgt, findet er sich in einem Land wieder, das ihn mit offenen Armen empfängt. Was man in London als außerirdisch ansieht, ist in New York normal, es sichert ihm sogar seine Aufenthaltsgenehmigung. Quentin wird zu einer festen Größe der New Yorker Gesellschaft. Als Kleinbühnendarsteller, fernab vom Broadway, unterweist er sein Publikum im „Glücklichsein“. Doch es ist ausgerechnet die Gay-Community, die ihn verurteilt… In einer seiner Shows beschreibt er eines Tages die noch unbekannte Krankheit AIDS als eine Art Modeerscheinung. Die Konsequenzen sind verheerend: Seine Erfolgsshow wird abgesetzt… Am Ende ist es die Freundschaft mit dem jungen homosexuellen Künstler Patrick Angus, die sich als Offenbarung erweist. Patrick ist auf der Suche nach dem Mann seines Lebens, eine Reise, die in Desillusionierung und Dekonstruktion endet. Patrick gesteht sich schliesslich ein, dass Quentin an einem Punkt recht zu haben scheint: Homosexuelle Liebe ist nicht möglich. Doch dann infiziert sich Patrick mit HIV…

Vor mehr als 30 Jahren hat John Hurt schon einmal Quentin Crisp verkörpert: 1975 in Jack Golds legendärer TV-Produktion THE NAKED CIVIL SERVANT, die auch ein internationaler Kinoerfolg war. Im ersten Teil seiner Memoiren schilderte Großbritanniens berühmtester Homosexueller sein Leben in der Anonymität. AN ENGLISHMAN IN NEW YORK erzählt nun von den Jahren des Ruhms.
1981 erhält Quentin Crisp ein Engagement in New York. Seine Agentin Connie Clausen sorgt dafür, dass er „wegen seiner besonderen Verdienste“ eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis als „Resident Alien“ erhält. Sie sorgt auch dafür, dass er mit seiner One-Man-Show „How to Be Happy“ regelmäßig auftreten kann. Bald sind Quentin Crisps Auftritte mehr als nur ein Ge­heimtipp. Als Connie ihn mit Phillip Steele bekannt macht, dem Heraus­geber des Magazins „The Village Voice“, und die beiden Männer sich miteinander anfreunden, kann Quentin Crisp, ein begeisterter Partygänger und fleißiger Premierenbesucher, seinen flamboyanten Stil und scharfzüngigen Witz auch in Kritiken und Kolumnen unter die Leute bringen.
Doch mit seiner unbedachten Interviewäußerung, Aids sei nur eine „Mode­welle“, macht er sich auch Feinde in der schwulen Community New Yorks; zwi­schen ihm und Phillip Steele kommt es darüber sogar zum Bruch. Ein enges Verhältnis verbindet ihn in der Folgezeit mit dem jungen Künstler Patrick Angus. Als dieser an Aids erkrankt und schließlich stirbt, kann er Phillip Steele überzeugen, dessen Bilder in der „Village Voice“ zu drucken. So kommt es zu einer erneuten Annäherung zwischen den beiden, die auch Bestand hat, als Quentin Crisp von der Performancekünstlerin Penny Arcade einem neuen, jungen, hippen Publikum vorgestellt wird, das ihn noch im hohen Alter von 90 Jahren als Stil-Ikone verehrt.

Bereits 1990 entstand der Dokumentarfilm RESIDENT ALIEN über das Leben von Quentin Crisp.

FILMOGRAFIE Richard Laxton (Auswahl)

2008 An Englishman in New York 

Trailer

zurück zur Übersicht