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Auf der Suche

Länge:
89 min.
Herstellungsjahr:
2011
Land:
Deutschland
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Corinna Harfouch
Nico Rogner
Trystan Pütter
Valérie Leroy
Mehdi Dehbi
Mireille Perrier
Géraldine Loup
Dominique Ratonnat
Manuel Diaz
Produktionsfirma:
Schramm Film Koerner & Weber, Berlin
Berlinale Sektion:
Forum
Berlinale Kategorie:
Spielfilm

Simon, ein junger Arzt aus Deutschland, der in Marseille lebt und arbeitet, ist seit zwei Wochen unerreichbar. Seine Wohnung hat er überstürzt verlassen. Simons Mutter Valerie folgt einem unbestimmten Gefühl und reist nach Frankreich um ihn zu suchen. Sie bittet seinen ehemaligen Freund Jens ihr dabei zu helfen. Doch eine Spur nach der anderen löst sich in Luft auf. Ist Simon doch nur verreist und möchte ungestört bleiben? In seiner Kollegin Camille und dem jungen Autoverkäufer Jalil finden sie schließlich zwei Menschen, die beide auf unterschiedliche Weise eine  besondere Verbindung zu Simon haben, diese aber zunächst nicht zugeben möchten. Für Valerie und Jens entwickelt sich die Zeit in Marseille immer mehr zu einer persönlichen Auseinandersetzung. Wer ist Simon wirklich und wer von beiden kennt ihn besser?

Wettlauf mit der Zeit
Niemand verschwindet einfach so. Irgendeinen Grund muss es doch geben, denke ich. Einen Plan, oder eine Spur. Wo fängt man an zu suchen?Wer deutet die Zeichen richtig? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Vor allem aber ein Ringen um die Wahrheit – in einer fremden Sprache, einer fremden Stadt, die ihre ganz eigenen Bedingungen stellt.
Jan Krüger

„Man könnte so leicht verloren gehen"

Das Drehbuch zu Ihrem Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Welche Anteile der Geschichte sind frei erfunden? 

Ausgangspunkt war der Bericht eines Freundes: Die Mutter eines ehemaligen Mitbewohners hatte ihn angerufen, um von ihm etwas über ihren Sohn zu erfahren, zu dem sie den Kontakt verloren hatte. Ein überraschender Moment – beide hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, aber die Mutter wusste sich keinen anderen Rat mehr, als mit ihm Kontakt aufzunehmen. Für meinen Film habe ich diese Frau durch meine eigene Mutter ersetzt und ein ähnliches Szenario entwickelt – warum auch nicht, man könnte so leicht verloren gehen ... Die gemeinsame Suche in Marseille, die im Film vorkommt, hat es allerdings in Wirklichkeit nicht gegeben. 

Warum haben Sie Marseille als Kulisse für Ihren Film gewählt? Wären auch andere Städte infrage gekommen?

Marseille war von Anfang an Ausgangspunkt der Recherche. Die Suche nach Drehorten und Figuren war für mich wie eine dokumentarische Rekonstruktion, die von den Figuren Valerie und Jens gewissermaßen nachvollzogen wird. Natürlich haben wir auch über andere Drehorte nachgedacht, aber die Größe von Marseille, die Sprache, die dort gesprochen wird, die spezielle Lage als Hafenstadt mit der – zumindest vorstellbaren – „Fluchtmöglichkeit“ von Europa nach Afrika: All dies hat schließlich den Ausschlag gegeben.

Suchen Valerie und Jens eigentlich das Gleiche?

Zuerst sieht es ja so aus, als würde Jens gar nichts suchen. Er betont immer wieder, dass alles „im Rahmen“ sei, und beschwört die Autonomie seines Freundes. Es dauert eine ganze Weile, bis er sich eingesteht, dass auch er von Simon nur einzelne Facetten kennt. Außerdem gibt es auch zwischen Valerie und Jens eine Vorgeschichte, die im Verlauf des Films immer erkennbarer wird. So gerät die Suche nach Simon auch immer mehr zu einer Suche nach gegenseitigem Respekt. 

Wie sehen Sie das Ende des Films: Setzen Valerie und Jens ihre Beziehung in Deutschland fort, oder sehen sie sich nie wieder? 

Ich vermute, sie treffen sich noch mindestens einmal wieder – es gibt ja doch noch einigen Gesprächsbedarf. Über das, was danach passieren wird, bin ich mir nicht so sicher. Sie führen ja doch ziemlich unterschiedliche Leben.

FILMOGRAFIE Jan Krüger (Auswahl)

2011 Auf der Suche 

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