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Winner

Pierrot Lunaire

Länge:
50' min.
Herstellungsjahr:
2014
Land:
Germany/Canada
Regie:
Produktionsfirma:
Jürgen Brüning Filmproduktion
Berlinale Sektion:
Forum
Berlinale Kategorie:
Spielfilm
Teddy Award:
Teddy Jury Award

1912 bat die Schauspielerin Albertine Zehmke den Komponisten Arnold Schönberg, einen Teil des Gedichtzyklus Pierrot Lunaire, verfasst von Albert Giraud, zu vertonen: Schönberg arrangierte 21 der ca. 50 Gedichte zu einer Komposition für fünf Musiker und eine Sängerin. Es wurde eines seiner innovativsten Musiktheaterstücke. 2011 bat der Dirigent Premil Petroviç den Filmemacher Bruce LaBruce, Pierrot Lunaire mit Susanne Sachsse in der Hauptrolle zu inszenieren. Das Konzept dieser Bühnenversion beruht auf Schönbergs Idee des Cabarets: eine Traumwelt, erfüllt von „dekadentem Verlangen, Schuld, Angst und Rausch“ gespickt mit Horrorszenarien und ironischsatirischem
Humor. 2013 holt LaBruce seinen Pierrot Lunaire auf die Straßen Berlins und verfilmt eine dunkle
Geschichte der Sehnsucht, der Liebe und der Transgression. Der Soundtrack des Films ist Petroviçs
Neuinterpretation von Schönbergs melodramatischem Musical, gesungen von Susanne Sachsse. Auf einer wahren Geschichte beruhend, ist LaBruces Pierrot Lunaire die angemessen radikale queercore-Version eines der innovativsten Stücke atonaler Musik.
 

„Während ich mir Schönebergs Musik anhörte, versuchte ich ein Konzept zu finden, dass gut zu der Stimmung der atonalen Musik passt und die Gedichte Girauds in einen zeitgenössischen Kontext übersetzt. Aus dem Gedanken- Dschungel meines Unterbewusstseins kam eine Geschichte hervor, die vor Jahrzehnten in Toronto passiert sein soll und die sowohl sonderbar als auch universell ist [...]: Eine junge Frau, die sich regelmäßig als Mann verkleidet, verliebt sich und verführt ein junges Mädchen, das keine Ahnung hat, dass ihr Liebhaber das gleiche Geschlecht hat. Als das Mädchen ihrem Vater den neuen Freund vorstellt, wird dieser skeptisch, deckt den Betrug auf und verbietet, dass die Liebenden sich wiedersehen. In zornigem Wahn, entwickelt der ‚Junge’ einen abenteuerlichen Plan, um dem Vater seiner Geliebten seine ‚Männlichkeit’ zu beweisen.“ (Bruce LaBruce)

 
Bruce LaBruce ist Filmemacher, Fotograf, Schriftsteller und Künstler, er lebt in Toronto und arbeitet weltweit.
 

BIOGRAFIE Bruce LaBruce

Geboren 1964 in Southampton, Kanada. Er besuchte die Filmschule in Toronto und studierte Filmtheorie an der York University. Sein Film Hustler White lief 1996 im Panorama und wurde sein erster internationaler Kinoerfolg. Er war mehrfach Gast der Berlinale, zuletzt 2014 im Forum Expanded mit Pierrot Lunaire, für den er den Teddy Award gewann. Er führte auch Regie bei zahlreichen Musikvideos und Theaterstücken, schreibt und fotografiert für internationale Magazine, Zeitungen und Webseiten. Als Künstler war er in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten.

FILMOGRAFIE Bruce LaBruce (Auswahl)

2017 Ulrike's Brain  2017 Refugee's Welcome  2017 Ulrike's Brain  2017 The Misandrists  2014 Pierrot Lunaire  2013 Gerontophilia  2013 Defense de Fumer  2012 Offing Jack  2010 L.A Zombie  2010 Weekend In Alphaville  2009 The Bad Breast  2008 Give Piece of Ass a Chance  2007 Otto  2004 The Raspberry Reich  1998 Skin Flick  1996 Hustler White  1994 Super 8 1/2   1991 Slam!  1991 No Skin Off My Ass  1988 I Know What It's Like to be Dead  1987 Boy/Girl  1987 Bruce and Pepper Wayne Gacy's Home Movies 

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