And the TEDDY goes to...

 

Es war die Party des Jahrhunderts! - Gestern fand in der Station Berlin die 27. TEDDY AWARD Gala, die Preisverleihung des TEDDY AWARDS mit Live-Show und anschließender Party, statt. Heute findet ihr hier alle Informationen, Interviews und Filmclips zu den diesjährigen Gewinnern. Der Gewinner BAMBI läuft heute noch einmal, während ihr W IMIĘ... (IN THE NAME OF...) morgen und Montag im Kino International noch einmal schauen könnt. Ansonsten haben wir heute für euch Südamerika, Taiwan und der Oper.

 

Best Feature Film: W imiĘ... (In the name of...)

Begründung:

Malgoska Szumowskas Film W IMIĘ... (IN THE NAME OF...) aus der Sektion Wettbewerb der Berlinale beweist wie man mit beeindruckend starken Bildern und einer zutiefst bewegenden, persönlichen Geschichte dem Vorurteil begegnen kann, dass Homosexualität und Religion unvereinbar wären.

 

Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren Heranwachsenden zu tun. Die eindeutigen Avancen von Ewa lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass er ihre Leidenschaft nicht erwidert. Adam weiß, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist. Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film W IMIĘ... (IN THE NAME OF...) wagt sich Małgośka Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern. Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.

 

 

 

 

 

 

Best Documentary/Essay: Bambi

Interview BAMBI

 

 

 

Begründung:

In Form eines wunderschönen filmischen Frauen-Porträts zeichnet Regisseur Sébastien Lifshitz die von ständiger Veränderung geprägte Reise seiner Protagonistin nach und erobert dabei unsere Herzen in Sturm. Das kostbare Archivmaterial aus der Zeit vor den Emanzipationsbewegungen zeigt dem Publikum eindrucksvoll, dass BAMBI eine Inspiration für alle Generationen ist.

 

Bambi wurde 1935 in einem kleinen algerischen Dorf unter dem Namen Jean-Pierre Pruvot geboren. Schon als Kind zog sie sich vor den Erwartungen ihrer Großfamilie zurück und suchte nach einem Weg, die Frau zu werden, die sie innerlich schon immer war. Eine Vorstellung des berühmten Cabarets Carrousel de Paris in Algier ermutigte sie in den Fünfzigerjahren, in die französische Hauptstadt auszuwandern und dort auf den Music-Hall-Bühnen unter dem Künstlernamen BAMBI das ersehnte Leben zu führen.

Eindrucksvoll sensibel dokumentieren Collagen von Fotos und Chansons, Archivbildern, Spielfilmauftritten, Super8-Szenen und eine Reise an die Orte ihrer Kindheit, Bambis befreiende Wandlung zu einer strahlenden transsexuellen Frau: ihre erste Liebe, die Freundschaft mit ihrer Künstlerkollegin Coccinelle, Experimente mit Hormonen, Rivalitäten und Skandale, ihr Weg zur Literatur - und die überraschende Begegnung mit der Liebe ihres Lebens.

CineStar 7, 12.00 Uhr

Best Short Film: TA AV MIG (UNDRESS ME)

Begründung:

Für die Darstellung einer starken Frau, die den Traditionen von Sexismus mit Stolz und Würde begegnet und für das pointierte und ehrliche Spiel seiner Hauptdarstellerin geht der Teddy Award für den besten Kurzfilm an TA AV MIG (UNDRESS ME).

 

TA AV MIG (UNDRESS ME): Es ist Nacht. Zwei begegnen sich, Mann und Frau. Über und vor allem ist die Anziehung zu spüren. Die Anziehung, die Lust zu küssen, die Lust auf mehr. Er streichelt sie, will sie küssen. "Du bist die erste, die größer ist als ich und eine tiefere Stimme hat als ich." – "Ich habe mich operieren lassen, vor drei Jahren." Ansicht und Blick werden sich abwechseln in dieser Nacht. Alle Lust sucht sich ihren Weg. Wer kreiert wen und was bleibt?

 

 

 

 

Special Jury Award: Concussion

 

Begründung:

Da sich CONCUSSION bewusst einer moralischen Beurteilung verwehrt, gelingt es dem Film einerseits die Werte einer modernen Regenbogenfamilie hochzuhalten und anderseits deren Mitglieder von konventionellen Erwartungen zu befreien.

 

CONCUSSION: Abby ist 42, verheiratet, gut situiert, lesbisch, hat mit ihrer Frau zwei Kinder – ein echtes Familienidyll. Sie beginnt ein Renovierungsprojekt in der nahen Großstadt und verlässt schließlich nicht nur den aufgeräumten Vorort, sondern auch den vorgezeichneten Weg: Nachdem sie zweimal mit Prostituierten Sex gehabt hat, beginnt sie selbst für die vermutlich unwahrscheinlichste Zuhälterin der Filmgeschichte zu arbeiten - nur für Frauen, versteht sich.

New New Queer Cinema: die Frauen werden älter, die Themen erwachsener, aufgeräumter. Oder eben gerade doch nicht? Stacie Passons erster langer Spielfilm wurde von Rose Troche produziert, der Regisseurin von GO FISH, einem lesbischen Klassiker des New Queer Cinema und TEDDY-Gewinner 1994.

Siegessäule Reader's Award/Else: W ImiĘ... (In The Name of...)

Begründung:

W IMIĘ... (IN THE NAME OF...), ein Film, der authentisch von einem Tabuthema erzählt und zugleich eine Aufforderung an die katholische Kirche, endlich zu ihren schwulen Priestern zu stehen.

 

Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren Heranwachsenden zu tun. Die eindeutigen Avancen von Ewa lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass er ihre Leidenschaft nicht erwidert. Adam weiß, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist. Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film W IMIĘ... (IN THE NAME OF...) wagt sich Małgośka Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern. Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.

 

 

 

 

 

Spezial Teddy Award 2013 - STEPS for the future

 

 

Der Special TEDDY AWARD geht in diesem Jahr an das südafrikanische Projekt „STEPS for the Future“. Mit diesem Sonderpreis, der vom TEDDY AWARD in Zusammenarbeit mit der Berliner Aids-Hilfe vergeben wird, zeichnen wir  gemeinsam ein Filmprojekt aus, das sich in herausgehobener Weise für HIV Awareness einsetzt, und damit für Aufklärung und Bewusstmachung über die Infektionskrankheit in der Öffentlichkeit.

„STEPS for the Future“ engagiert sich für die Teilhabe von Menschen mit HIV an der Gesellschaft und tritt gegen Diskriminierung und Stigmatisierung ein. Diese Arbeit inspiriert, weil sie Betroffene kreativ und mit Lebensfreude aus der Isolation zurück in die Gesellschaft bringt und ihnen Mut und Hoffnung auf ein aktives und selbstbestimmtes Leben gibt.

 

Die Sexualität ist ein scheues Reh

Bambi wurde 1935 in einem kleinen algerischen Dorf unter dem Namen Jean-Pierre Pruvot geboren. Schon als Kind zog sie sich vor den Erwartungen ihrer Großfamilie zurück und suchte nach einem Weg, die Frau zu werden, die sie innerlich schon immer war. Eine Vorstellung des berühmten Cabarets Carrousel de Paris in Algier ermutigte sie in den Fünfzigerjahren, in die französische Hauptstadt auszuwandern und dort auf den Music-Hall-Bühnen unter dem Künstlernamen BAMBI das ersehnte Leben zu führen.

Eindrucksvoll sensibel dokumentieren Collagen von Fotos und Chansons, Archivbildern, Spielfilmauftritten, Super8-Szenen und eine Reise an die Orte ihrer Kindheit, Bambis befreiende Wandlung zu einer strahlenden transsexuellen Frau: ihre erste Liebe, die Freundschaft mit ihrer Künstlerkollegin Coccinelle, Experimente mit Hormonen, Rivalitäten und Skandale, ihr Weg zur Literatur - und die überraschende Begegnung mit der Liebe ihres Lebens.

CineStar 7, 12.00 Uhr

Interview BAMBI

 

Amélie Made in Taiwan

Seit neun Jahren ist der introvertierte Weichung mit Feng verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, und Feng möchte noch ein weiteres Kind mit ihm. Eines Tages taucht Stephen auf, ein Freund aus alten Zeiten, der Hochzeitsveranstaltungen ausrichtet, und ermutigt Weichung, sein vergangenes schwules Leben wieder aufzunehmen. Weichung möchte seine Frau Feng jedoch nicht verlieren und beginnt nur zögernd, hinter ihrem Rücken einen Flugbegleiter zu treffen.

Mit spielerischem Charme bringt Chen Arvin in seinem Film WILL YOU STILL LOVE ME TOMORROW? Partnerschaftsvorstellungen ins Wanken. Komödiantisch öffnet er die Grenzen der Kleinfamilie und integriert sie in eine vielfältige Gemeinschaft, in der Unabhängigkeit und Bindung, Freundschaft und sexuelle Erfüllung ihre Balance finden.

Cubix 9, 14.30 Uhr

Spiegel Blicke

In DESHORA (BELATED) hängen die Wolken schwer über den Tabakfeldern im Gebirgsdschungel des Nordwestens von Argentinien. Hier, fern der Großstadt, leben Ernesto und Helena. Die beiden wünschen sich Kinder, doch ihre Leidenschaft ist verblasst. Eines Tages kommt Helenas Cousin Joaquín zu ihnen, der gerade einen Drogenentzug hinter sich hat. Die Männer gehen in den Wäldern jagen, zur Feldarbeit oder besuchen Hahnenkämpfe. Dabei kommen sie sich näher, als sie wahrhaben wollen. Es entsteht eine Dynamik, die niemand kontrollieren kann. Alle verleugnen sie ihre Gefühle und die körperliche Anziehung, die sie füreinander empfinden. Das nicht gelebte Begehren sucht sich jedoch seine eigenen, unberechenbaren Wege.

Cubix 7, 20.15 Uhr

Interview DESHORA

 

Filmclip DESHORA

Queer Revolution

 

 

William Friedkins Film CRUISING sorgte 1980 nicht nur bei seiner Präsentation im Wettbewerb der Berlinale für heftige Kontroversen. Dem Film, in dem Al Pacino einen Undercover-Polizisten spielt, der in der schwulen Lederszene ermittelt, wurde von schwulen Aktivisten vorgeworfen, er schüre homophobe Stereotypen. Um eine Altersbeschränkung zu umgehen, wurde der Film außerdem um 40 womöglich zu explizite Minuten beschnitten. Der Oscar-nominierte Schauspieler James Franco hat es sich in Zusammenarbeit mit Travis Mathews zum Konzept gemacht, diese mittlerweile verschollenen und dadurch zum Mythos gewordenen 40 Minuten zu reinszenieren.

Im Grenzgebiet zwischen Realität und Fiktion erforscht INTERIOR LEATHER BAR die Mechanismen der Homophobie in Hollywood und hinterfragt gängige Klischees.

CinemaxX 7, 21.30 Uhr

Don Giovanni di Lëtzebuerg

Marc ist ein wohlhabender Mann, der angesichts einer unheilbaren Krankheit noch einmal aus dem Vollen schöpft. Neben seinem geregelten Dasein als Personalchef in Luxemburg lebt er gemeinsam mit jungen „Begleitern“ ein ausschweifendes Leben in den Luxushotels diverser Städte, deren Opernhäuser Mozarts „Don Giovanni“ spielen. In opulenten Bildern folgt der Film Marc auf seinen Reisen, zeigt ihn bei Arztbesuchen und lässt ihn seine Lebensphilosophie unterbreiten, die auf Macht, Geld und der Kontrolle über sich und andere beruht. Doch sein Leben gerät ins Wanken, als er sich in einen Pornodarsteller verliebt und ihm in die Welt des Berliner HustlaBalls folgt.

Mit Sinn für das Skurrile zeichnet Angela Christlieb in NAKED OPERA das intime Porträt eines Menschen, der trotz oder gerade wegen seiner Gegensätze liebenswert und verletzlich erscheint. urch die spürbare Präsenz der Filmemacherin hinter der Kamera wird fast nebenbei ein grundlegendes Thema des Dokumentarfilms mitverhandelt: die Beziehung zwischen Regisseur und Protagonist.

CineStar 7, 22.30 Uhr

Interview NAKED OPERA

 

VERANSTALTUNGEN

TEDDY im TV

ARTE zeigt heute Abend die TEDDY AWARD Preisverleihung für alle, die gestern nicht in der Station dabei sein konnten.

Ab 23.30, ARTE