Time to say good-bye

 

In 10 Tagen Berlinale ist viel passiert. Eine Bildungsministerin ging, eine neue kam, bald sind wir nicht mehr Papst, viele Berlinalepreise und unter ihnen der TEDDY AWARD wurden verliehen. Aber: Nach dem TEDDY ist vor dem TEDDY. Alles hat ein Ende nur der TEDDY hat zwei. This is the end, beautiful TEDDY, the end. Wir blicken zurück auf die 63. Berlinale und den 27. TEDDY AWARD. Viel zu kurz war die Zeit – aber vor allem war es schön. Wir hoffen, ihr hattet so viel Spaß wie wir und dass ihr nicht allzu traurig seid, dass es vorüber ist, denn  ohne Ende auch kein neuer Anfang – und so freuen wir uns schon jetzt auf den TEDDY AWARD im nächsten Jahr und wünschen allen bis dahin ein wundervolles Jahr 2013! Vergesst nicht hin und wieder auf unserer Homepage vorbei zu schauen, um immer die neuesten Informationen zum TEDDY, zu queeren Filmfestivals und queeren News aus aller Welt zu erhalten.

Und last but not least: Vielen Dank an alle, die den diesjährigen TEDDY möglich gemacht haben, Dank an alle, die mit Zeit, Geld, Energie und guter Laune geholfen haben!

VIELEN DANK!

 

Teddy kurzfilmrolle

Kino International, 17.00 Uhr

 

 

 

TEDDY BEST SHORT FILM 2013

TA AV MIG (UNDRESS ME)

Es ist Nacht. Zwei begegnen sich, Mann und Frau. Über und vor allem ist die Anziehung zu spüren. Die Anziehung, die Lust zu küssen, die Lust auf mehr. Er streichelt sie, will sie küssen. "Du bist die erste, die größer ist als ich und eine tiefere Stimme hat als ich." – "Ich habe mich operieren lassen, vor drei Jahren." Ansicht und Blick werden sich abwechseln in dieser Nacht. Alle Lust sucht sich ihren Weg. Wer kreiert wen und was bleibt?

 

O PACOTE (THE PACKAGE)

In seiner neuen Schule trifft Leandro den temperamentvollen Jefferson. Die beiden mögen sich auf Anhieb. Bald ist klar, dass sie mehr als nur Freundschaft verbinden wird. Aber Jefferson muss noch etwas loswerden, und leicht fällt ihm das nicht. Leandro fragt noch einmal nach, er hofft auf einen dummen Scherz. Doch Jeff sieht nicht so aus, als ob er scherzt. Wenn sie zusammen sein wollen, gehört etwas Unabänderliches zum Gesamtpaket: Jeff ist HIV-positiv.

 

 

Interview TWO GIRLS AGAINST THE RAIN

 

 

TWO GIRLS AGAINST THE RAIN

Ein bezaubernder, Mut machender und berührender Film über ein lesbisches Paar in Kambodscha. Die beiden Frauen kennen und lieben sich seit der Zeit der Roten Khmer. Ihre tiefe Verbundenheit und Kraft hat alle Widerstände, auch die ihrer Familien, überwunden.

 

JA KADA SAM BILA KLINAC
(WHEN I WAS A BOY I WAS A GIRl)

Goca ist ein Transvestit. Sie lebt in Belgrad, der Hauptstadt eines Landes, das die Organisation oder Teilnahme an einer Gay Parade verbietet. Goca zieht eine Tochter auf, die eigentlich ihre Nichte ist. Ihr 18-jähriger Boyfriend klaut ihr Geld, das sie als Sexarbeiterin in einem gefährlichen Umfeld verdient. Goca liebt ihn trotzdem und hat sich ein offenes, helles Wesen erhalten. An ihrem 39. Geburtstag beschließt Goca, ihr Coming-out vor Publikum auf einer Theaterbühne zu zelebrieren. Sie erzählt die Geschichte ihres Lebens: "Als ich ein Junge war, war ich ein Mädchen."

 

 

Interview WHEN I WAS A BOY...

 

 

 

 

BESHIVHEY HAYOM
(IN THE PRAISE OF THE DAY)

Der Sabbat steht vor der Tür, die letzten Vorbereitungen werden getätigt und es ist fast menschenleer, von der Cruiser-Szene abgesehen. Ein junger Mann, Oren, muss telefonieren, doch er hat kein Handy dabei. Dann taucht sein Geliebter auf; der Mann, den er wirklich will. Die beiden gehen in dessen Wohnung. Oren versucht wieder, ein Telefonat zu führen, diesmal mit Erfolg. Die Hingabe an den Moment wird von seinem Anruf verzögert, aber nicht aufgehalten.

 

FÖRSTA GÅNGEN (FIRST TIME)

Das erste Mal kann ganz schön schwierig sein. Alex nähert sich Sofia mit einem Scherz, den sie gar nicht witzig findet. Trotzdem gehen sie zusammen weg. Ein erster ungeschickter Kuss, sie legen sich ins Gras, Reißverschlüsse werden geöffnet. Sie wollen beide, dass etwas passiert, aber es will einfach nicht klappen. Alles halb so schlimm, finden sie. Aber was erzählt man jetzt den anderen?

 

Interview FÖRSTA GÅNGEN

 

 

Out in Ostberlin

Interview OUT IN EASTBERLIN

 

Im Gegensatz zur Bundesrepublik entkriminalisierte das Strafgesetzbuch der DDR Homosexualität schon 1968. Doch der Arbeiter- und Bauernstaat nahm seine schwulen und lesbischen BürgerInnen keineswegs mit offenen Armen auf, ihre Sexualität wurde zum Tabu und sie wurden aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit gedrängt. Die "verzauberte" Kriegsgeneration fühlte sich in ihrem Streben nach unauffälliger Normalität provoziert von den Jüngeren, die sich outeten und offen Freiräume einforderten. 13 berührende Einzelschicksale verdeutlichen die privaten und politischen Entwicklungen, die zur Opposition gegen den Staatsapparat führten.

Die Gründer der Ost-Berliner LGBT-Bewegung, die "Terrorlesben" aus dem Prenzlauer Berg, kommunistische Schwule und Kirchengruppen - sie alle wollten eine Veränderung des Systems und hofften auf mehr Offenheit im Umgang mit ihrer Sexualität: OUT IN OST-BERLIN.

Colosseum 1, 15.30 Uhr

Glaube, Liebe, Tod

 

Ein alter Mann liegt im Sterben. Der Pfleger Noel wacht ruhig an seiner Seite. Dina, die Enkelin des Alten, kommt dazu. Sie trägt ein Tierkostüm, holt etwas aus dem Kühlschrank und geht gleich wieder, um sich mit Freunden zu amüsieren. Als sie spät in der Nacht zurückkommt, ist der Großvater tot. Liebevoll streicheln Dina und Noel seine Hände, kämmen sein Haar, decken ihn zu, rauchen eine Zigarette, tauschen ein Lachen aus und gehen hinaus in die nächtliche Stadt. Laute Elektromusik empfängt sie im Club. Mit der aufgehenden Sonne erfolgt der reinigende Sprung ins klare Wasser des Meeres. Eine Nacht des Abschieds, die auch ein Anfang ist.

Ungewöhnlich in seinen filmischen Mitteln, transportiert DINA UND NOEL das Lebensgefühl junger Menschen in Israel.

CinemaxX 5, 16.00 Uhr

 

Queer Revolution

Interview INTERIOR. LEATHER BAR.

 

William Friedkins Film CRUISING sorgte 1980 nicht nur bei seiner Präsentation im Wettbewerb der Berlinale für heftige Kontroversen. Dem Film, in dem Al Pacino einen Undercover-Polizisten spielt, der in der schwulen Lederszene ermittelt, wurde von schwulen Aktivisten vorgeworfen, er schüre homophobe Stereotypen. Um eine Altersbeschränkung zu umgehen, wurde der Film außerdem um 40 womöglich zu explizite Minuten beschnitten. Der Oscar-nominierte Schauspieler James Franco hat es sich in Zusammenarbeit mit Travis Mathews zum Konzept gemacht, diese mittlerweile verschollenen und dadurch zum Mythos gewordenen 40 Minuten zu reinszenieren.

Im Grenzgebiet zwischen Realität und Fiktion erforscht INTERIOR LEATHER BAR die Mechanismen der Homophobie in Hollywood und hinterfragt gängige Klischees.

Cubix 9, 17.00 Uhr

TEDDY AWARD 2013 BEST FEATURE FILM

Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren Heranwachsenden zu tun. Die eindeutigen Avancen von Ewa lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass er ihre Leidenschaft nicht erwidert. Adam weiß, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist. Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film W IMIĘ... (IN THE NAME OF...) wagt sich Małgośka Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern. Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.

Haus der Berliner Festspiele, 17.00 Uhr

 

 

 

Viktoria der Lenz ist da

 

VIKTOR UND VIKTORIA sind als Schauspieler und Sängerin »unvermittelbar«. Viktor immerhin bekommt Engagements als Damenimitator. Als er krank wird, springt Viktoria für ihn ein: Sie zieht sich Hosen an und spielt nun als Frau einen Mann, der eine Frau spielt. Bei einem Gastspiel in London reißen sich Männer wie Frauen um sie…

Indem die Protagonisten geschlechtliche Maßgaben zur Disposition stellen und nicht etwa wie ihre arbeitslosen Leidenskollegen nach staatlichen Maßnahmen verlangen, verwandelt sich die Krisenkomödie in eine Gender-Komödie.

Zeughauskino, 18.00 Uhr

Ein herz, ein schlag, ein blitz für die, die bei mir sind

Eine Clique versammelt sich in einem Landhaus, um ihre ganz eigene Trauerfeier für einen Freund abzuhalten, der sich umgebracht hat.

Nicht selten sind es extreme Situationen, die Menschen aus der Reserve locken. Hier führt der Selbstmord zu einer Art Auszeit, während eines Wochenendes denken diese jungen Menschen nicht mehr an das Morgen. Vielmehr ergeben sie sich ganz dem Moment, lassen den Gefühlen freien Lauf. Man tanzt, liebt, streitet, trinkt, geht spazieren oder legt sich schlafen. Aber man erinnert sich auch an den Toten. Er ist präsent in Gedanken und Gesprächen.

Man merkt dem Spielfilm ECHOLOT an, dass Athanasios Karanikolas zuvor als Dokumentarfilmer gearbeitet hat. Er beobachtet seine Darsteller mehr, als dass er sie inszeniert. So wechseln sich konzentrierte Augenblicke der Reflexion mit denen einer Trauer ab, die sich das Recht nimmt, ganz eigene Wege zu gehen.

Colosseum 1, 20:00 Uhr

 

 

Amélie Made in Taiwan

 

Seit neun Jahren ist der introvertierte Weichung mit Feng verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn, und Feng möchte noch ein weiteres Kind mit ihm. Eines Tages taucht Stephen auf, ein Freund aus alten Zeiten, der Hochzeitsveranstaltungen ausrichtet, und ermutigt Weichung, sein vergangenes schwules Leben wieder aufzunehmen. Weichung möchte seine Frau Feng jedoch nicht verlieren und beginnt nur zögernd, hinter ihrem Rücken einen Flugbegleiter zu treffen.

Mit spielerischem Charme bringt Chen Arvin in seinem Film WILL YOU STILL LOVE ME TOMORROW? Partnerschaftsvorstellungen ins Wanken. Komödiantisch öffnet er die Grenzen der Kleinfamilie und integriert sie in eine vielfältige Gemeinschaft, in der Unabhängigkeit und Bindung, Freundschaft und sexuelle Erfüllung ihre Balance finden.

Kino International, 20.00 Uhr

Tief im Dunklen Wald

Eine einsame Bushaltestelle, ein Trompete spielender Pfadfinder, eine Frau, die sich weigert, ihm für seine schiefen Töne Geld zu geben: Mit dieser Eröffnung gibt der Film VIC + FLO ONT VU UN OURS (VIC + FLO SAW A BEAR) seinen lakonischen Tonfall vor. Erzählt wird die Geschichte von Vic, einer aus dem Gefängnis entlassenen Frau, die nach Ruhe sucht. In den Wäldern Kanadas quartiert sie sich im Haus eines Verwandten ein. Dort bekommt sie Besuch von ihrer Geliebten Flo.  Die beiden leben in den Tag hinein, erkunden mit einem Caddy die Landschaft und genießen die Natur. Alles könnte so schön sein, wenn nur der unorthodox arbeitende Bewährungshelfer nicht ständig an der Tür klopfen würde. Es mehren sich zudem die Zeichen einer heraufziehenden Bedrohung. Selbst der Wald wartet mit heimtückischen Fallen auf.

Seltsame Figuren, skurrile Regieeinfälle und eine mysteriöse Atmosphäre - der Filmkritiker, Dokumentar- und Spielfilmregisseur Denis Côté erschafft eine Kunstwelt, die ihre ganz eigene, völlig unberechenbare Wirklichkeit entwickelt.

Berlinale Palast, 20.30 Uhr

 

Interview VIC + FLO

 

Kopflos in Berlin

In LOSE YOUR HEAD verlässt Luis seinen Freund und fliegt von Spanien nach Berlin, um ein unbeschwertes Partywochenende zu verbringen – und begegnet Viktor, der eine faszinierend beunruhigende Anziehung auf ihn hat. Kurz darauf wird Luis mit Dimitri verwechselt, einem vermissten Griechen. Dimitri ist Viktors Ex-Freund, doch Viktor hat keine Erklärung für dessen spurloses Verschwinden. Luis kämpft gegen seine wachsenden Zweifel und lässt sich von Viktor in einem unberechenbaren Kräftefeld aus Kontrolle und Hingabe immer weiter gefangen nehmen.

Stefan Westerwelle, der bereits im letzten Jahr mit DETLEF beim TEDDY war, zeigt Wuchtige Trance-Bilder in einem schlaflosen Berlin – sie verdichten sich zu einem elektrisierenden Fieberwachtraumtrip, der ein unstillbares Verlangen evoziert.

Cubix 7&8, 22.30 Uhr

Ungemachte Betten

In CHEMI SABNIS NAKETSI (A FOLD IN MY BLANKET) unternimmt Dimitrij immer wieder einsame Kletterexkursionen. Er flieht vor der zermürbend surrealen Konformität der georgischen Kleinstadt. Als ein Fremder mit Namen Andrej auftaucht, überredet Dimitrij ihn, sich seinen Kletterausflügen anzuschließen. Immer enger zieht er den Mann in seinen Kosmos hinein. Dann ist Andrej verschwunden. Als Dimitrij alles verloren glaubt, folgt er, von seiner Fantasie getrieben, rätselhaften Spuren.

Atmosphärisch beklemmend zeigt Zaza Rusadze eine Kleinstadtgemeinde im Hamsterrad ihrer Gewohnheiten. Souverän und scheinbar beiläufig zeichnet er zugleich in magischen Bildern die Vorstellungswelt seines Protagonisten und legt dessen Gefühlslandschaft frei.

Colosseum 1, 22.30 Uhr

Interview CHEMI SABNIS NAKETSI

 

 

VERANSTALTUNGEN

Montag im Kino International

Am Montag wird im Kino International noch einmal der diesjährige TEDDY BEST FEATURE FILM Gewinner W IMIE... (IN THE NAME OF...) sowie der Gewinner des TEDDYS für den besten Dokumentar-/Essayfilm BAMBI gezeigt.

 

W IMIE, Kino International, 19.30 Uhr

BAMBI, Kino International, 22.00 Uhr